Die Historie...
…des Anwesens reicht weit zurück ins Mittelalter. An dem kleinen Fließ, der an der Südspitze in den Teupitzer See mündet, betrieben die Schenken von Landsberg einst die „Kleine Mühle“, eine Wassermühle mit oberschlächtigem Rad. Ihre Spuren sind längst verschwunden, während die zwei anderen Mühlen der Schenken, die „Hohe Mühle“ als privater Wohnsitz und die „Mittel-Mühle“ als Sägemühle und Wirtshaus die Zeiten überdauerten.
1872 wurde auf dem damals unbewaldeten Hügel nahe am See eine Bockwindmühle errichtet. Bis in die 30er Jahre lieferte diese „Kleine Mühle“ Brotmehl und Schrot und wurde zum Wahrzeichen des heutigen Teupitzer Ortsteils Egsdorf. Nach ihrem Verkauf um 1939 wurde sie in Schönewalde bei Herzberg im Elbe-Elster Kreis als Paltrockmühle wieder errichtet, wo sie als funktionstüchtiges technisches Denkmal noch heute besichtigt werden kann. mehr...
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand auf dem Terrain in Sichtweite der Bockwindmühle das weithin geschätzte Ausflugslokal „Seebad Kleine Mühle“. Ein Restaurant mit herrschaftlichem Parkettsaal, ein großes Logierhaus, ein Orchesterpavillon, ein weitläufiger Park, eine Haltestelle für Dampfer, Ruder- und Segelboote und ein Badestrand erfreuten die wachsende Zahl der Sommerfrischler und Touristen. Mit der Bahn fuhren die Berliner und Brandenburger bis Groß Köris oder Töpchin und wurden dort mit Kremsern oder der Teupitzer Fähre abgeholt. Am hauseigenen Steg machten die Dampfer der Berliner Schifffahrtsgesellschaften fest und legten die Boote der brandenburgischen und hauptstädtischen Ruderclubs an.
Infolge des Krieges geriet das Unternehmen 1918 in den Konkurs, die Anlagen verfielen und wurden zum Teil abgerissen. Der Name und die Geschichte der „Kleinen Mühle“ fielen dem Vergessen anheim.
In den 20er Jahren kam das Anwesen in den Besitz eines in Berlin tätigen niederländischen Ingenieurs, der im Haupthaus einen Kamin aus originalen Delfter Kacheln einbaute.
Dieser Kamin gab dem Hotel-Restaurant seinen Namen, das 1931 von der Berliner Familie Graf nach dem Erwerb des Grundstücks eröffnet wurde. Als Einkehr der gehobenen Klasse bewirtete der „Delfter Kamin“ seine Gäste bis zum Ende des II. Weltkrieges im Jahre 1945.
In den schwierigen Nachkriegsjahren diente das geräumige Objekt als Heim für kriegs- und milieugeschädigte Kinder. Von 1956 an nutzte die weltbekannte Berliner Charité nach Umbau und Erweiterung das Objekt als Schulungs- und Betriebsferienheim und machte es zu einem Treffpunkt der medizinischen Intelligenz. 1992 tagte hier der Deutsche Bundesverband für Logopädie (Stimm- und Sprachheilkunde) und ehrte anlässlich seines 30-jährigen Jubiläums die einst auch in Teupitz ansässige Familie Gutzmann für ihre zentrale Rolle bei der Entstehung dieses medizinischen Fachberufes.
Mit der Wende 1989/90 ging diese DDR-typische Nutzung verloren.
Die Immobilie wurde zunächst dem Land Berlin zugesprochen und als Schulungs- und Gästehaus an eine Berliner Bildungseinrichtung verpachtet.
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Text:
Teupitzchronist Dr. Lothar Tyb’l
Postkarten:
Sammlung Klaar










